Rückblick

Das zurückliegende Wochenende war voller HuK-Aktivitäten.

 

Am Freitag trafen sich vier Hukler, um den März-Gottesdienst vorzubereiten. Der Predigttext - Epheser 5, 1-8a - strotzt von moralischen Vorwürfen und wettert besonders gegen die Unzuchtsünder. Wir versuchten, diesen  leibfeindlichen Text gegen den Strich zu bürsten und wollen mal hören, was Klaus aus unserm Vorbereitungsgespräch in seine Predigt aufnehmen wird. An diesem Sonntag "Okuli" beginnt auch die Woche der (warmen?) Brüderlichkeit.

 

Am Sonnabend war der monatliche thematische Abend diesmal zum Thema: Fasten. Immerhin stürzten sich 14 Teilnehmer, nachdem sie sich an dem reichlich gedeckten Kuchenbuffet gestärkt hatten, in das Gespräch. Persönliche Fastenerfahrungen  kamen zur Sprache, wurden auch kritisch hinterfragt oder auf ihre religiösen Bezüge hin untersucht. So unterschiedlich die Teilnehmer waren, so unterschiedlich auch ihre Fastenpraxis. Einig waren wir uns aber darin, dass Fasten ein wichtiger Teil spirituellen Lebens ist, das es neu zu erleben gilt. Der Abend zeigte wieder deutlich, dass wir auch ohne Referenten oder besondere Vorbereitungen thematische Abende gestalten können. Vielleicht motiviert  das wieder alteingesessene Berliner HuKler zu kommen. Erfreulich ist aber, dass der Sympathisantenkreis sich durch interessante Leute vergrößert.

 

Am Sonntag hatte uns unsere gastgebende Gemeinde Emmaus/Ölberg zusammen mit anderen in der Gemeinde beheimateten Gruppen zu ihrem alljährlich stattfindenden Gottesdienst mit anschließendem Brunch eingeladen. 4 HuKler saßen zusammen umgeben von jungen Familien mit Kindern und fühlten sich in der gut gefüllten Kirche sichtlich wohl. Pfarrer Jörg Machel bat am Schluss des Gottesdienstes, dass die Gruppen sich beim Brunch mischen sollten. Adolf und ich saßen an einem Tisch zusammen mit zwei Frauen aus einem der Emmauschöre und zwei sehr alten Frauen aus der Gemeinde. Als wir uns als HuKler outeten, stießen wir auf großes Interesse bei unseren Tischgenossinnen. Schließlich habe doch jeder in seiner Familie oder Bekanntschaft einen Schwulen oder eine Lesbe. Die beiden alten Frauen waren da etwas zurückhaltender. Etwas später erzählte uns Pfarrer Machel, dass gerade sie sich besonders dafür eingesetzt hatten, dass die (schwul-lesbische) Fotoausstellung von Elisabeth Ohlson auch gegen den Widerstand kirchlicher Kunstfunktionäre nach Emmaus kam, obwohl sie an dem nackten Jesus bei der Taufe Anstoß nahmen. (UK)